Andreas Schlegel studierte historische Zupfinstrumente an der Schola Cantorum Basiliensis bei Eugen Dombois und Hopkinson Smith sowie an der Musikhochschule Karlsruhe bei Jürgen Hübscher. Wegen seines grossen Interesses an der Verbindung zwischen Forschung und Praxis hörte er an der Universität Basel Musikwissenschaft bei Prof. Wulf Arlt. Von 1987 bis Anfang Juli 2025 war er als Gitarrenlehrer und Musikschulleiter an verschiedenen Musikschulen in den Kantonen Solothurn und Aargau tätig. Nach wie vor tritt er als Lautenist und Continuospieler u.a. mit dem Bachcollegium Zürich in Erscheinung. Er lebt in Menziken.
Er versteht sich als Forscher-Musiker, was auf der Webseite https://accordsnouveaux.ch/de/ zur Geltung kommt. Ende 2006 erschien das Buch "Die Laute in Europa. Geschichte und Geschichten zum Geniessen". Die stark erweiterte zweite Version "Die Laute in Europa 2. Lauten, Gitarren, Mandolinen und Cistern" von 2011 gilt als Referenzwerk. Zahlreiche Vorträge, oft mit Lautenspiel kombiniert, u.a. bei der Deutschen Lautengesellschaft, der Lute Society, am Early Music Festival Utrecht und am Musikinstrumentenmuseum Berlin.
Seinen "Unruhestand" beginnt er mit der Ausstellung an den ligita 2025, an der er mit über 30 historischen Gitarren und Lauten aus seiner Sammlung die ganze Entwicklungsgeschichte der Gitarre exemplarisch zeigt und die Instrumente unter seiner Betreuung auch von Teilnehmenden spielen lässt.
Weshalb?
"Anhand des Vergleichs mit manchem modernen Nachbau historischer Zupfinstrumente – vorwiegend Lauten- und Gitarrentypen – kann ich sagen, dass gute Originale Qualitäten in Ansprache und Gestaltbarkeit des Klangs aufweisen, die mich zu einer anderen Subtilität und Spieltechnik geführt haben, als es moderne "Kopien" getan hätten. Das Erleben dieser spezifischen Qualitäten alter Instrumente scheint mir Voraussetzung für ein tieferes Verständnis der klanglichen Möglichkeiten von historischen Zupfinstrumenten zu sein. Deshalb lasse ich unter meiner Betreuung meine Instrumente spielen und erfahren – denn ohne die Möglichkeit, den Unterschied zwischen modernen Instrumenten, modernen Kopien und Originalen zu erleben, wird sich das Klangideal der Zupfinstrumentler immer weiter von den heute spielbaren Originalen entfernen.
Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dem äußeren Erscheinungsbild und den "inneren Werten" von Instrumenten. Dieser muss erlebt werden können."
Seine Sammlung und Fachbibliothek stehen Interessierten zur Nutzung offen. Siehe:
https://accordsnouveaux.ch/images/Downloads/PDF-15-Schlegel/Aufenthalt_im_Zupfer-Paradies.pdf